| Veranstaltungsreihe: Ich hab doch nichts zu verbergen |
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Eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zum Thema Datenschutz und -sicherheit veranstalteten der AK Vorratsdatenspeicherung, der Chaostreff Göttingen und die Basisgruppe Jura gemeinsam vom 15.5.2008 bis 3.7.2008 unter dem Titel "Ich hab doch nichts zu verbergen - Der gläserne Bürger: Wieviel Daten braucht der Staat?" Auf der Internetseite der Reihe finden sich die Folien der einzelnen Vorträge sowie Links zu den behandelten Themen. Insbesondere die Folien sind lesenswert, denn dort wird Grundlagenwissen z.B. über die Funktionsweise des Internets oder die Gefahren beim Surfen vermittelt. Noch wichtiger ist, dass man viele Stichworte und weitere Links bekommt, wie man sich vor den Gefahren, Missbrauch und unerwünschtem Gebrauch schützen kann. Die Themen im Einzelnen: Freiheit statt Angst!Harald Kibbat wird die Veranstaltungsreihe mit einem Vortrag über den Zwiespalt zwischen Freiheit und vorgeblicher Sicherheit eröffnen. Er ist neben seinen Tätigkeiten als Physiklehrer, Märchenerzähler, Emotionaut unter anderem Freiheitsredner für den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. GrundlagenKrischan Jodies (Chaostreff Göttingen): Faszinierende Techniken zur Wahrung der Privatspäre: PublicKey-Kryptographie, IP-Netze, WLAN (WPA2, Passwd)
PC-SicherheitGeorg Schöbel (Chaostreff Göttingen): Angriffe vermeiden. Festplattenverschlüsselung, Updates, Antivirus, Firewall.
Sicheres E-MailenStefan Teusch (Chaostreff Göttingen): Damit der Briefträger nicht mitliest... Verschlüsseln und signieren, GnuPG, S/MIME, Thunderbird Enigmal.
Vertrauliches ChattenMalte Aschermann (Chaostreff Göttingen): Unbefugtes Mitlesen verhindern: Instant Messenger, OTR, Vorstellung von Pidgin.
Podiumsdiskussionmit den Teilnehmern
* padeluun (Vorsitzender des FoeBuD e.V., Jurymitglied des BigBrotherAwards, AK Vorrat) * Johannes Loxen (Geschäftsführer SerNet GmbH) * Martin Hellweg (Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der GdP) * Christoph Schnabel (Jurist an der Uni Kassel, Mitarbeiter bei provet) Moderation: Martin Maecker (Junges Theater Göttingen) Hintergrund: Spätestens seit der spektakulären Massenverfassungsbeschwerde von über 34 000 Klägern ist das Thema Datenschutz in Deutschland wieder brandaktuell. Hintergrund ist das neue Telekommunikationsüberwachungsgesetz, aufgrund dessen seit dem 01.01.08 sämtliche Verbindungsdaten, die bei Telekommunikationsvorgängen wie Telefonaten und E-Mails entstehen, gespeichert werden. Während die einen eine schwerere Grundrechtsverletzung als bei der Volkszählung vermuten und den Weg zum totalitären Überwachungsstaat geebnet sehen, sehen andere erhebliche Vorteile bei der Strafverfolgung, akzeptable Grundrechtseingriffe und eine übertriebene Empfindlichkeit der Kritiker. Das Bundesverfassungsgericht hat bei dieser Umsetzung einer EU-Richtlinie bislang nicht in der Hauptsache entschieden, aber bereits in einer Eilentscheidung den Zugang auf die Daten unter die Notwendigkeit der Verfolgung einer schweren Straftat gestellt. Parallel dazu wird über weitere Maßnahmen wie den sogenannten "Bundes-Trojaner" beraten, Flug- und Seereisedaten sollen zwischen Staaten ausgetauscht werden und Nummernschilder auf Autobahnen werden erfasst. Während Datenschützer vor den Folgen der "totalen Überwachung" warnen, betreiben viele, vor allem junge Bürger, eine nie dagewesene Form des Datenexhibitionismus in sozialen Netzwerken wie Myspace oder StudiVZ. Anlass genug, um darüber nachzudenken, welchen Wert die Privatssphäre in unserer Gesellschaft überhaupt noch hat. Zu dieser Fragestellung haben wir Vertreter aus Wissenschaft und Politik sowie Bürgerrechtler und Unternehmer eingeladen. Ziel ist es hierbei, die unterschiedlichen Positionen zu Wort kommen zu lassen und bei einer interessanten Diskussionsrunde neue Einblicke in die Thematik zu erlangen. Sicher im WWWDieter Kirchner (Chaostreff Göttingen): Was für Informationen hinterlasse ich beim Surfen auf den Servern? Was passiert, wenn ich eine verschlüsselte Verbindung mit einem WWW-Server aufbaue? Was für Gefahren setze ich mich aus und wie kann ich sie minimieren?
Anonym im NetzTimo Graen (Chaostreff Göttingen): Der Vortrag steht unter dem Motto: "Das habe ich zu verbergen!". Es soll veranschaulicht werden, warum auch "nicht Kriminelle" anonymer surfen sollten. Wir werden auf den Hype um soziale Netzwerke eingehen und uns anschauen, weshalb soziale Netzwerke ohne eigenen Umsatz für Milliardensummen verkauft werden. Wir werden anhand eines Beispiels Einblicke erhalten, wie umfangreich ein Nutzerprofil einer Suchmaschine aussehen kann und welche Konsequenzen ein solches Profil hat. Zum Schluss werden wir praktische Tipps für den Alltag betrachten, wie wir anonymer im Netz surfen können. Hier wird auch eine praktische Einführung in das TOR Netzwerk gegeben.
Der Vortrag ist auch für technisch unerfahrene Surfer geeignet. Wir werden hinterher Google mit anderen Augen sehen und über unser Surfverhalten nachdenken. Rechtliche GrundlagenWer darf meine Daten wozu verwenden? Was darf der Staat, was dürfen Firmen? Der Vortrag soll gerade auch rechtlichen Laien einen Einblick geben in die Gesetzeslage und vermitteln, welche Rechte der Bürger an seinen Daten hat, welche Auskünfte er/sie verlangen kann und was passiert, wenn der Staat einem über die Schulter guckt. |

